2013–2022
Projektwettbewerb offen, 1. Preis
Bauherrschaft
Stadt Zürich
Das Gesundheitszentrum für das Alter Mathysweg bietet in 97 Ein- und 12 Zweizimmerappartements Wohnraum für 121 Menschen. Der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen wie die Cafeteria und der Mehrzwecksaal im Erdgeschoss sowie ein Coiffeur- und Fitnessangebot im Gartengeschoss verankern das Haus im Quartier.
Städtebaulich bildet der polygonale Solitärbau den Kopf des nördlich anschliessenden Wohnquartiers und leitet über zum grosszügigen Freiraum Bachwiesen mit Schrebergärten und Parklandschaft. Die taillierte Grundform gliedert den markanten Baukörper in kurze Fassadenseiten und schafft dadurch einen adäquaten Massstabsbezug zum Kontext. Gleichzeitig entstehen zwei gefasste Aussenräume, welche nach Osten als Gartenhof und nach Westen als adressbildender Eingangshof fungieren. Die Höhenentwicklung des Neubaus nimmt Bezug zu den grossmassstäblichen Bauten des Pflegezentrums Bachwiesen und des Zollfreilagerareals an den gegenüberliegenden Rändern des Grünraums Bachwiesen.
Das GFA Mathysweg ist gleichzeitig würdiges Habitat für Menschen im letzten Lebensabschnitt, Arbeitsort für Betreuungspersonen und Treffpunkt für die Quartierbevölkerung. Das Erdgeschoss beinhaltet neben der öffentlichen Cafeteria und dem Mehrzweckraum einen grossen Speisesaal, die Produktionsküche sowie die Administrationsräume. Im Gartengeschoss liegen mit Coiffeur, Podologie und Fitness weitere, auch der Öffentlichkeit zugängliche Dienstleistungsangebote. Über dem Parterre umfassen vier Wohngeschosse jeweils 26 Appartements und zwei Lounges, die mittels grosszügig dimensionierter Korridore erschlossen sind. Zwei Lichthöfe bringen Tageslicht ins Gebäudeinnere und erlauben Sichtbezüge zwischen den Geschossen. Mit zahlreichen Nischen und Raumausweitungen entsteht so ein Spazierweg als abwechslungsreicher Rundlauf, der auch als informeller Kommunikations- und Begegnungsort funktioniert. Die mäanderförmigen Zimmergrundrisse bieten durch Zonierung und Diagonalbezüge räumlichen Reichtum auf kleiner Grundfläche. Eine wind- und wettergeschützte Loggia erweitert in jedem Zimmer den Wohnraum nach draussen. Das Attikageschoss ist der Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankung vorbehalten und profitiert von einem grosszügigen Dachgarten.
In der Logik der städtebaulichen Setzung hat das Gebäude keine Rückfassaden. Ein Stabwerk aus vorfabrizierten, selbsttragenden Betonelementen bildet die äusserste Fassadenebene und gliedert die Ansichten feinteilig. Geschossweise alternierend angeordnete Elemente überspielen den repetitiven Zimmerraster und schaffen zusammen mit den roten Faserzementausfachungen eine heitere Attitüde.
Team
Susanne Frank, Dagmar von Strantz, Ana Collado, Leja Führer, Annina Gutherz, Mario Sgier, Annik Nemeth, Stephan Dau, Patrizia Roos, Kaspar Kappeler
Kunst
Pedro Wirz
Baumanagement
GMS Partner AG
Freiraum
Kuhn Landschaftsarchitekten GmbH
Statik
Heierli AG
Elektroplanung
Nay Engineering AG
HLKS-Planung
Amstein + Walthert AG
Lichtplanung
Mosersidler AG
Bauphysik/Akustik
durable Planung & Beratung GmbH
Brandschutz
Heft.Hess.Martignoni.AG
Signaletik
Komform GmbH
Gastroplanung
gkp-plus
Fassadenplanung
Feroplan Engineering AG
Fotos
Damian Poffet